Lerncoaching mit Biofeedback

Handlungsorientiert, individuell und effektiv

 

  • Kurzfristiges, wirkungsvolles (Konzentrations- uvm.)Training
  • Gesamtpersönlichkeit wird beachtet
  • Ressourcen und Lösungspotentiale werden angesprochen
  • Individuell
  • Inneres Erleben wird visuell erfahrbar gemacht
  • Erfahrungen werden durch den Coach auf Alltag übertragen
  • Selbstregulation und Selbstwirksamkeit werden unterstützt
  • 98% der Schüler*innen (SuS) würden es weiterempfehlen

Wie ich zum Biofeedback als Coachingmethode kam

Vorgeschichte

und Praxis

Vor etwa 15 Jahren begann ich am Gymnasium Englisches - Institut Heidelberg den Bereich Lerntherapie und Lerncoaching aufzubauen.

Mittlerweile ist dieser Bereich gut in unsere Schule integriert und ein fester Bestandteil für Schulleitung, Lehrer*innen, Schüler*innen und Eltern und betrifft SuS ohne klinische Diagnosen.

In all den Jahren wurde ich mit einem Thema konfrontiert, zu dem ich keine Lösung fand. SuS wurden zu mir geschickt mit dem Auftrag „Kannst du hier etwas machen, der Schüler/die Schülerin kann sich nicht konzentrieren“.

In der Praxis wurde mir klar, dass all die Verfahren die ich kannte, im schulischen Kontext große Nachteile hatten:

  • Entspannungstechniken, Autogenes Training, Yoga und Achtsamkeit: es kam niemand freiwillig, bzw. nur Einzelne. Ganz im Gegenteil, ich bekam das Image: „Was macht die denn? Was soll das denn?“ ...vor allem bei Jungen und ganz besonders in der Pubertät
  • Marburger Konzentrationstraining: dauert viel zu lange
  • Klangschalen hören war uncool
  • Mandala malen nur in unteren Klassen

Dies alles waren Konzentrationstrainings. Die Gründe, weswegen die SuS kamen, schienen mir in meinen Beobachtungen aber ganz andere zu sein.

Lösungsansatz:

Biofeedback

Eigentlich hatte ich nichts Effektives, das ich anwenden konnte. Außerdem ist Konzentration ein Bewusstseinszustand. Wie sollte ich Schülern einen Zustand vermitteln?

Hier fiel mir ein, dass ich einmal von Biofeedback gehört hatte, da mir zwei Schüler von ihren positiven Erfahrungen berichtet hatten.

Die Mutter einer Schülerin unserer Schule, Dipl. Psych. Gerda Neuwirth, war zum damaligen Zeitpunkt Vizepräsidentin der deutschen BF Gesellschaft. Dies bedeutete für mich:

  • Sie hat sehr gutes Fachwissen auf diesem Gebiet
  • Sie hat einen wissenschaftlichen Standard
  • Sie ist in der Fachwelt anerkannt

Da auf unsere Schule durch die Nähe zur Heidelberger Universität viele Kinder von Professoren gehen, war es für mein Image und das unserer Schule extrem wichtig, dass ich ein Verfahren anwandte, das wissenschaftlichen Standards entsprach.

An das Verfahren hatte ich folgende Ansprüche:

  • Es durfte auf keinen Fall klinisch wirken, da Lehrer, Eltern und Schüler einen großen Widerstand entwickeln würden. Außerdem hatte das Klinische auch nichts in unserer Schule zu suchen
  • Es musste sehr einfach und schnell anzuwenden sein
  • Ich musste mein Fachwissen einbringen können
  • Sehr effektiv wirken, da ich keine längerfristige Begleitung von Schülern durchführen kann
  • Das Gerät durfte nicht zu teuer sein, aber auch kein „Schrott“
  • Das Verfahren musste in erster Linie von den Schülern überhaupt angenommen werden

Frau Neuwirth war genau die Richtige für dieses Projekt. Sie empfahl ein Verfahren/Gerät, bei dem der Hautleitwert gemessen wird und das praktikabel war.

Verfahrenstest

mit unseren Schülern

Die Schüler*innen, die zu mir kamen, wurden also über Fingersensoren an einen Computer angeschlossen und mussten sich in einen Zustand fokussierter Entspannung versetzen.
Alle waren begeistert.

Frau Neuwirth begleitete mich in allen Fragen, die nun auftauchten:

  • Was bedeutet das, was ich sehe?
  • Wie sind die körperlichen Zusammenhänge bei Konzentration
  • Was muss ich als Coach tun, damit der gewünschte Zustand erreicht werden kann
  • Was bedeutet das, was wir tun und erfahren für die Praxis in der Schule  
  • Kann ein*e Schüler*in sich ohne Computer selbst regulieren
  • Welche Facetten hat Konzentration
  • Kann ein*e Schüler*in dies in den Schulalltag übertragen
  • Wie lange braucht ein*e Schüler*in, um sich regulieren zu können
  • Ich sehe, dass Schüler*innen sich gut entspannen können, aber nicht konzentriert sind, weil sie zu entspannt sind und sich nicht aktivieren können
  • Was brauchen sie
  • Für welche Klassenstufen ist BF geeignet

Mit mehr als 300 Schüler*innen und viel mehr Stunden sind wir zu Erkenntnissen gekommen. Schüler*innen haben Feedbackbögen abgegeben, so dass eine Einschätzung erfolgen konnte.

Mein Dank gilt hier meiner Schulleitung Andree Körber und Dr. Annette Morsi, die mit ihrer Offenheit für Neues mir ermöglichten, dieses tolle Projekt durchführen zu können.

Ergebnis

Biofeedback in der Schule

Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Biofeedback in der Schule

-    sehr effektiv ist, oft schon innerhalb einer ½ Stunde
-    von pädagogischen Fachleuten begleitet werden muss, damit Schüler*innen überhaupt einen Transfer für die Praxis leisten können
-    für alle Klassenstufen, auch für Studenten, geeignet ist
-    durch Lehrer unterstützt werden muss
-    eine gute Selbsterfahrung, auch für Schüler ohne Konzentrationsprobleme, darstellt
-    die Selbstwirksamkeit stärkt
-    alle Schüler begeistert sind

Mittlerweile ist das Projekt Biofeedback im Schulbereich auf alle 6. Klassen ausgeweitet. Außerdem können Schüler *innen der Kursstufen vor dem Abitur noch einmal ihre fokussierte Entspannung trainieren, um im Abitur ihr Wissen abrufen zu können.

 

Wir möchten, dass viel mehr Schüler*innen in den Genuss dieser effektiven Methode kommen können. Wir möchten aber auch einen hohen Standard gewährleisten, da der Bereich Coaching nicht geschützt ist. Deshalb möchten wir qualifizierte Fachleute weiterbilden.